Innovative approaches to economic experiments : control, respect, and virtual reality

Staffeldt, Andreas; Harbring, Christine (Thesis advisor); Grund, Christian (Thesis advisor)

Aachen (2018)
Doktorarbeit

Dissertation, RWTH Aachen University, 2018

Kurzfassung

Das Dissertationsprojekt umfasst vier ökonomische Experimente, welche alle auf einen innovativen Ansatz zurückgreifen. Das erste Kapitel untersucht die Verdrängung intrinsischer Motivation durch Kontrolle, die ein Prinzipal ausübt. Diese sogenannten “hidden costs of control” wurden in der experimentellen Wirtschaftsforschung anhaltend und kontrovers diskutiert. Das experimentelle Design nutzt einerseits eine doppelte Strategiemethode. Andererseits wird durch die Abfrage der Erwartungen in beiden Rollen ein innovativer Ansatz zur Analyse der Situation geschaffen. Das Kapitel trägt zu der wissenschaftlichen Debatte durch die Beantwortung der hauptsächlichen Forschungsfrage bei: Wann treten die „hidden costs of control“ auf und welche Rolle spielen dabei die Erwartungen? Die derzeitige Entwicklung der Technologien für virtuelle Realitäten (VR) bringt ein revolutionäres Potential für die Entwicklung der Methode der experimentellen Wirtschaftsforschung mit sich. Für die Experimente des zweiten und des dritten Kapitels wurde eine virtuelle Arbeitsumgebung geschaffen. Im zweiten Kapitel arbeiten die Versuchsteilnehmer zusätzlich mit (programmierten) Mitarbeitern zusammen, sogenannten „virtual humans“. Die Teilnehmer arbeiten in realistischen Umgebungen an realen Aufgaben, während der Experimentator die volle Kontrolle über den virtuellen Kollegen hat. Weiterhin erlaubt diese Methode das Sammeln von Bewegungsdaten, wie der Positionierung und Orientierung des Kopfes und der Hand der Teilnehmer. Diese Informationen können verwendet werden um den Trade-Off zwischen Quantität und Qualität in Abhängigkeit von den untersuchten ökonomischen Anreizen auf einzigartige Weise darzustellen. Das letzte Kapitel der Dissertation beschäftigt sich mit nichtmonetärer Anerkennung wie Respekt. Die Studie vergleicht dabei die Effekte von monetären und symbolischen Belohnungen. Dafür wurde ein Laborexperiment mit reeller Arbeitsleistung durchgeführt, bei dem Agenten für Prinzipale arbeiteten und die Prinzipale mit den Belohnungen auf die geleistete Arbeit reagieren konnten. Die Ergebnisse liefern einen Beleg dafür, dass die Kosten gleichermaßen entscheidend sind für die Effektivität monetärer und symbolischer Belohnungssysteme. Niedrige Belohnungen können dann sogar einen negativen Effekt auf nachfolgende Arbeitsleistung im Vergleich dazu haben, dass keine Belohnung vergeben wird.

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